Geheimratsecken auffüllen – Mythos Haartransplantation

In diesem Beitrag

Wenn der Haaransatz langsam zurückgeht und an den Schläfen die ersten kahlen Stellen durchblitzen, ist das ein klares Warnsignal dafür, dass der erblich bedingte Haarausfall (androgentische Alopezie) einsetzt. Geheimratsecken stellen dabei besonders bei Männern ein typisches frühes Symptom dar, während andere Bereiche des Kopfes vergleichsweise lange nicht vom Haarverlust betroffen sind. 

Woran Sie Geheimratsecken erkennen und wie sie sich charakterisieren, auf welche Ursachen die kahlen Stellen zurückgehen und welche typischen Stadien der Haarausfall durchläuft, erfahren Sie hier. Außerdem gehen wir natürlich gezielt darauf ein, wann eine medizinische Behandlung sinnvoll ist, wie sie abläuft und worauf Sie sich einstellen müssen, wenn Sie die Geheimratsecken auffüllen lassen. 

Die Studie „Perception of Hair Transplant for Androgenetic Alopecia (Bater et al., 2016)“ untersuchte die Auswirkungen einer Haartransplantation auf das Erscheinungsbild. Die Ergebnisse zeigten, dass Männer nach einer Haartransplantation von Beobachtern als deutlich jünger, attraktiver, erfolgreicher und ansprechbarer wahrgenommen wurden, was auf einen signifikanten positiven Effekt der Transplantation hindeutet

Was sind Geheimratsecken? – Definition & typische Merkmale

Was der Volksmund als „Geheimratsecken“ bezeichnet, ist ein besonders bei Männern häufig auftretendes Phänomen. Mit Geheimratsecken meinen wir ausgedünntes Haar und schließlich kahle Stellen im vorderen Bereich des Kopfes. Das Haar dünnt erst aus, der Haaransatz zieht sich an den Schläfen dann schließlich immer weiter zurück und es entstehen kahle Stellen im Stirnbereich. Während Sie anfangs vielleicht noch nicht bemerken, dass sich die Haarlinie nach hinten verschiebt, schreitet der Haarausfall mit der Zeit fort und hinterlässt vielfach kahle Bereiche, die weder von den Betroffenen selbst, noch von Dritten übersehen werden können.  

Ursachen von Geheimratsecken

In circa 95 Prozent der Fälle geht Haarausfall auf eine genetische Veranlagung zurück. Das bedeutet, dass der Haarausfall vererbt wird und vielfach davon auszugehen ist, dass Sie im Laufe Ihres Lebens an Haarausfall leiden werden, wenn Familienmitglieder bereits von der androgentischen Alopezie betroffen sind. Sie sind im Übrigen kein Einzelfall, wenn Sie feststellen, dass das Haar dünner wird: Laut aktuellen Statistiken werden im Laufe Ihres Lebens nämlich circa 90 Prozent der Männer Opfer des genetisch bedingten Haarausfalls. 

Ihre medizinische Grundlage erhält die androgenetische Alopezie durch das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dieses ist ein Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron und hat direkten Einfluss auf den Haarverlust. Sind die Haarfollikel nämlich übersensibel gegenüber DHT, wird dadurch die Wachstumsphase der Haarfollikel verkürzt und somit wachsen nicht mehr ausreichend Haare nach, um den natürlichen Verlust von 70 bis 100 Haaren pro Tag auszugleichen. Die Haarwurzeln verkümmern langfristig und schließlich wachsen an den betroffenen Stellen keine Haare mehr nach. Außerdem ist die Durchblutung im vorderen Bereich des Kopfes in der Regel weniger aktiv, was ebenfalls zu einem erhöhten Risiko führen kann, dass diese Areale vom Haarausfall betroffen sind. 

Infografik zu den Ursachen von Geheimratsecken: Darstellung genetischer Veranlagung mit Familienbaum und DNA-Strang, Hinweis „Rund 90 % der Männer betroffen“, Erklärung der Wirkung des Hormons DHT auf Haarfollikel sowie Illustration eines schrumpfenden Haarfollikels.

Geheimratsecken bei Männern und Frauen

Geheimratsecken werden typischerweise eher mit Männern in Verbindung gebracht, als mit Frauen. In der Tat unterscheidet sich der männliche Haarausfall in seinem typischen Ablauf und in Hinblick auf die besonders betroffenen Bereiche von seinem weiblichen Gegenstück. Das bedeutet aber nicht, dass Geheimratsecken bei Frauen grundsätzlich ausgeschlossen sind, auch wenn es weniger typisch ist, als beim männlichen Pendant. Während die Bildung von Geheimratsecken bei Männern als typisches frühes Anzeichen einer androgenetischen Alopezie gilt, beginnt der Haarausfall bei Frauen häufig eher im Scheitelbereich und führt zu einer Verbreiterung des Scheitels. Außerdem setzt der Haarausfall bei Frauen vielfach erst nach der Menopause ein, während viele Männer bereits in jungen Jahren unter dem Haarverlust leiden. 

Trotz dieser Einschränkungen, sind Geheimratsecken auch bei Frauen ein mögliches Symptom der androgentischen Alopezie. Überdies kommt es im typischen Verlauf des weiblichen Haarausfalls oft zu einer Ausdünnung der Haarpracht im Schläfenbereich, auch wenn seltener ganz kahle Stellen entstehen, wie es bei Männern oft der Fall ist. Zudem gibt es Frauen, die angeborene Geheimratsecken aufweisen. In diesem Fall sind diese von Geburt an vorhanden und weiten sich nicht aus. Eher atypischerweise wird dieses Merkmal von Vätern an ihre Töchter vererbt. 

Stadien der Geheimratsecken (Hamilton-Norwood-Schema)

James Hamilton und O’Tar T. Norwood haben den männlichen Haarausfall medizinisch untersucht und in ein Stufenmodell eingeteilt, welches den Zweck verfolgt, ein typisches Muster zu schaffen, in den sich der jeweilige Zustand des Haares einkategorisieren lässt. Diese Einkategorisierung ermöglicht eine zielgerichtetere Behandlung und ein größeres Verständnis des Krankheitsbildes an sich. Außerdem können Ärzte anhand dieser typischen Muster Prognosen aufstellen, wie der Haarausfall sich zukünftig entwickeln könnte. Bitte beachten Sie jedoch, dass sich die Hamilton-Norwood-Skala nur auf den männlichen Haarausfall anwenden lässt. Das weibliche Pendant hingegen weist andere Charakteristiken auf, die sich u. a. anhand der Ludwig-Skala nachvollziehen lassen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung?

Grundsätzlich gilt, dass eine frühere Behandlung immer bessere Erfolgsaussichten hat, als eine spätere. Unabdingbar für eine Haartransplantation in der Türkei ist, dass der Haarverlust nicht fortschreitet und der Bestand somit stabil ist. Das bedeutet, dass Sie seit etwa sechs Monaten keinen akuten Haarverlust zu beklagen haben. Zusätzlich sollten Sie generell körperlich gesund sein und für einen überzeugenden Behandlungserfolg ist es wichtig, dass im Spenderbereich noch ausreichend Haare als Spendermaterial zur Verfügung stehen. 

Geheimratsecken auffüllen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nach Behandlungsziel und Ausmaß des Haarausfalls gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, um den Geheimratsecken entgegenzuwirken. Dazu gehören: 

Behandlungsmethode: 

Ablauf: 

  • Medikamentöse Behandlung (z. B. mit Minoxidil oder Finasterid). 
  • In einem frühen Stadium des Haarausfalls kann eine medikamentöse Behandlung eine gute Wahl sein. Diese muss dauerhaft fortgeführt werden, um zu wirken und kann bereits kahle Stellen nicht wieder befüllen, den Haarausfall jedoch verlangsamen und mitunter sogar aufhalten. 
  • PRP-Behandlung (Eigenblut-Therapie). 
  • Die Eigenblut-Behandlung eignet sich ebenfalls zur Behandlung von frühen Formen des Haarausfalls. Ihnen wird Blut entnommen und schließlich in die Kopfhaut injiziert. Die Injektionen müssen in regelmäßigen Abständen verabreicht werden und die Behandlungsmethode ist wiederum dazu geeignet, bestehende Haarbestände zu sichern und zu stärken, nicht aber, neue Haare nachwachsen zu lassen. 
  • Haartransplantation. 
  • Die einzige dauerhafte Behandlungsmethode bei Haarausfall ist die Haartransplantation, die außerdem auch dazu geeignet ist, bereits entstandene kahle Stellen wieder mit Haar zu befüllen. Haarwurzeln werden in der Regel aus dem Kranzbereich am Hinterkopf entnommen und an die vom Haarausfall betroffenen Stellen verpflanzt. Aktuell werden bei der Haartransplantation hauptsächlich die DHI-Methode und die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) genutzt.

Eine Haartransplantation ist zwar einmalig teurer, dafür ist sie aber die einzige Behandlungsmethode, die dauerhafte Erfolge verspricht und entsprechend auf lange Sicht oft auch günstiger ist, als andere Behandlungsmethoden. Der große Vorteil der Haartransplantation ist, dass einmal transplantiertes Haar in der Regel bis zum Ende Ihres Lebens eigenständig nachwächst.

Kosten: Was kostet das Auffüllen von Geheimratsecken?

Die tatsächlichen Kosten für eine Behandlung richten sich immer nach dem Ausmaß des Haarausfalls, dem gewünschten Behandlungsziel und anderen individuellen Faktoren. Durchschnittlich müssen Sie für eine Behandlung in Deutschland aber mit einem Kostenrahmen im Bereich zwischen 5.000 und 8.000 Euro rechnen. In der Türkei hingegen bewegen sich die Kosten für eine gleichwertige Behandlung durchschnittlich zwischen 2.000 und 3.000 €, häufig inklusive Unterbringung, Reisekosten und anderen Unkosten. Setzen Sie sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung und lassen Sie sich unverbindlich beraten, um eine konkrete Preisvorstellung zu bekommen.

FAQs

Können Geheimratsecken wieder zuwachsen?

In der Regel wachsen bereits abgestorbene Haarfollikel nicht wieder eigenständig nach. Wenn Sie also bereits einen merklichen Haarausfall zu beklagen haben, ist eine Haartransplantation meist die einzige Möglichkeit, um die kahlen Stellen wieder zu befüllen. 

Bei Männern können sich bereits im späten Jugendalter oder in den frühen 20ern erste Geheimratsecken bilden. Bei Frauen tritt der Haarausfall hingegen mehrheitlich erst nach der Menopause auf. 

Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sorgt aber in der Regel nicht dafür, dass wieder Haare an bereits kahlen Stellen wachsen. Um einen Eindruck von den Möglichkeiten einer bestimmten Behandlungsmethode zu bekommen, hilft oft auch ein Vorher-Nachher-Vergleich. 

Die Menge der benötigten Grafts hängt stark davon ab, wie weit der Haarausfall fortgeschritten ist. In einigen Fällen sind schon 500 Grafts ausreichend, in anderen deutlich über 3.000. 

Im Normalfall wachsen die transplantierten Haare lebenslänglich eigenständig nach. 

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